30 Jahre und kein bisschen rostigJubiläum für die Modelleisenbahn im ASA-GebäudeAlles begann mit einem Diebstahl. Wer immer die Sommerarbeiten am Dach des Hauptgebäudes dazu genützt hat, in die Dachkammer oberhalb des früheren Zeichensaales einzudringen - er hat damit den Grundstein für die neue Eisenbahn gelegt. Bei dem Diebstahl kamen Märklin - Fahrzeuge im Wert von rund 25.000,- Schilling weg. Es blieb also nichts außer alten Schienen und einigen Gebäuden. Damals (es waren noch Internatszeiten) fielen zwei Entschlüsse: Die neue H0-Anlage wird im Zweileitersystem gebaut. Der neue Standort befindet sich im eben umgebauten ehemaligen Musikhaus - nunmehr ASA- Gebäude - schülervulgo "minitreff".Unter diesen Prämissen machte ich mich auf Unterstützersuche: Die Versicherung zahlte einen Teil des Schadens. Die Firma ROCO (waren das noch Zeiten!) spendierte 72 m Schienen, Kleinbahn stellte einen Teil der Oberleitung zur Verfügung und mit Herrn Fritsch von "Modellbahn West" fand ich einen kompetenten Händler, der uns mit Rat und Tat und geschickten "Reparaturhänden" zur Seite stand (bis zu seiner Pension 2009). In der ersten Phase wälzten wir diverse Pläne, studierten Vorlagen und probierten 1:1 auf Papier aus. Hier zu erwähnen ist Präf. Hannes Hötzl, der seine Modellbahnererfahrung tatkräftig einbrachte. Außerdem baute Herr Timmel in der Schlosserei Stützen und Winkel, sodass unsere Anlage in etwa einem Meter Höhe entstehen konnte. Für die Unterplatten verwendeten wir 2 cm starke Pressspanplatten, die vorher als Trennwände in Schlafsälen fungierten (heute noch an der Tapezierung der Unterseite zu erkennen!) Die Internatswochenenden im Winter 1989/90 nutzten wir intensiv zum Aufbau eines Schattenbahnhofes und eines darüber liegenden 4 m langen Kopfbahnhofes. Der Höhenabstand der beiden Platten war so berechnet, dass wir aus einer halben Schiene die Oberleitung für den Schattenbahnhof montieren konnten. Was für eine Plage! Wenn wir damals gewusst hätten, wie temperaturanfällig die Einmetergleise (hinsichtlich Ausdehnung) sind! Was jeder Kalksburger leidgeplagt erzählen kann: Die Kältetage nach den Winterferien und die danach auf Vollbetrieb laufende Heizung - nach einigen gebrochenen Stromabnehmern war Schluss für die unterirdische Oberleitung! Der weitere Aufbau in Form eines Us mit Kehrschleifen, weiteren Kopfbahnhöfen zu Berge und zu Zahl und einer Schmalspurbahn auf dem Berg - nahm noch das eine oder andere Jahr in Anspruch - ModellbahnerInnen wissen ja, dass eine Anlage nie fertig wird! Aber unsere fast 30 m2 können sich sehen lassen: rund 220 m Schienen (davon zwei Drittel mit Oberleitung überspannt, 30 m Schmalspurbahn, 16 Stromkreise usw. Nach 15 Jahren gabs die ersten groben Schäden: Einige "Schlafsaalplatten" hatten ein Eigenleben entwickelt und ein gefahrloses Befahren der Bahntrassen verhindert. Radikalschnitt: Ein Teil der Anlage wurde abgebaut und durch eine in Spantenbauweise ersetzt. Die Trassenführung und der Landschaftsbau wurden geändert. Nun gibt es einen zweiten großen Kopfbahnhof, sodass auch längere Züge die ganze Strecke befahren können. Den letzten größeren Umbau nahmen wir nach einem Vandalenakt vor. Eine Straßenbahn zuckelt seitdem durch unsere Stadt. Neuerdings fahren wir mit Fahrplan - wir haben eine Modelluhr, die uns genaue Zeit anzeigt. Ganz schön stressig, pünktlich zu sein! Schwer zu sagen, wie viele Schülerinnen (die gabs wirklich!) und Schüler in den vergangenen 30 Jahren Teile ihrer Freizeit bei und mit der Modelleisenbahn verbrachten - die Höchstzahl an Besuchern an einem Tag lag bei etwa 1500 - kein Schmäh, an diesem Tag war Ministrantentag und eine Station davon die Modellbahn. Vielleicht wird diese getoppt beim Ministrantentag 2011. Wer sich übrigens die Anlage anschauen will - jeden Montag zwischen 17.30 und 18.30 ist Clubzeit (bitte vorher anrufen). Wir freuen uns! Mag. Michael Strobl
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